Rosmarie Weinlich
Malerei & Zeichnung | Installation

Stilles Rauschen – Die Natur als Illusion

In der Installation Stilles Rauschen begegnen sich künstliche Ästhetik und Naturillusion im Spannungsfeld von Unterhaltung und ökologischer Reflexion. In der Dunkelheit der Geraer Höhlen bewegen sich Plastikblumen durch Licht- und Wasserimpulse scheinbar lebendig – eine Inszenierung, die die Grenze zwischen natürlicher Erfahrung und künstlicher Simulation verschwimmen lässt.

Im Kontext des Ausstellungsthemas unterHaltung spielt die Installation mit ästhetischer Verführung, während sie zugleich kritisch auf die Folgen einer unterhaltungsorientierten Konsumgesellschaft verweist. Die Wahl von Plastik als zentrales Material ist dabei kein Zufall: Sie kommentiert die Langlebigkeit synthetischer Stoffe und deren Umweltfolgen – im Kontrast zur vergänglichen, verletzlichen Natur, die sich nicht beliebig reproduzieren lässt. Die Installation erinnert daran, dass Unterhaltung nicht frei von Verantwortung ist. Was bedeutet es, wenn unsere Unterhaltung auf Illusionen basiert, während die reale Natur schwindet? Welche Rolle spielt künstlerische Inszenierung in Zeiten ökologischer Krisen? 

Und Stilles Rauschen lädt das Publikum dazu ein, über den schmalen Grat zwischen sinnlicher Erfahrung, kritischer Reflexion und ästhetischer Unterhaltung nachzudenken – und stellt die Frage, wie wir in Zukunft eine Balance zwischen Bewahrung und künstlicher Inszenierung finden können.


Höhler Biennale
2025